"Miniköche" bei Johannes Zehfuß. Landwirtschaft hautnah erlebt

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01.03.2016
Böhl-Iggelheim
 
Miniköche bei Johannes Zehfuß
Landwirtschaft hautnah erlebt
von Franz Gabath
„Gesundheit durch richtige Ernährung, in einer intakten Umwelt“, so das Leitbild von Jürgen Mädger, „Vater der Europa-Miniköche“ für dieses Projekt, welches schon seit 25 Jahren besteht. Kinder, die mit viel Spaß Kochen lernen, sind auch aufgeschlossen für Ernährungslehre, Produktkunde, Anrichten, Servieren und Tischdekoration, so der Hintergrund. Aber auch Hygiene und ein kleiner „Kinderknigge“ stehen auf dem „Lehrplan“. Vor allem aber verstehen die Kinder sehr schnell den Zusammenhang zwischen Essen und Gesundheit, wie Frank Darstein ausführt. Für sein Hotel Darstein und dem Gewölbekeller „Kochstudio und Events in Speyer“ ist die Förderung der Gesundheit der Anlass, die Kurse der Europa-Miniköche auch im Raum Vorderpfalz zu unterstützen. Eine neue Miniköche-Gruppe unter der Dachmarke „Europa Miniköche“ entstand als gemeinnützige GmbH Altrip/Speyer, als erste Gruppe in der Vorderpfalz – ins Leben gerufen von Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).
Die BARMER-GEK -Geschäftsstelle Ludwigshafen,Geschäftsstellenleiterin Frau Heike Knopp. unterstützt, wie als Schirmherr Clemens Körner, Landrat des Rhein-Pfalz Kreis ,die Ausbildung der Europa-Miniköche, damit diese auch schon bekannt werden, bevor sie für Paul Bocuse eine ernstzunehmende Konkurrenz sind.
Nach der zweijährigen Ausbildung werden die Kinder in einer Prüfung beweisen müssen, dass es nicht nur Spielerei war, sondern dass sie handfestes Wissen vermittelt bekommen haben. Die IHK für die Pfalz bestätigt das dann mit einem Zertifikat über ein zweijähriges Berufsvorbereitungsseminar.
 
Nicht nur Theorie und das handwerkliche Können des Kochens soll den 17 Kindern, welche sich in der Zur Zeit laufenden Gruppe befinden, vermittelt werden, wie Frank Darstein erläuterte. Die Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren sollen auch erfahren, dass Grundnahrungsmittel nicht aus der Tiefkühltruhe kommen, sondern bevor sie dahin gelangen, ein langer Prozess des Pflanzens, Pflege und Ernten voran geht. Vor allem aber wird den jungen Köchen beigebracht, dass nur aus natürlichen und frischen Zutaten ein gesundes, schmackhaftes Gericht entsteht.
 
Um diese Praxis auf dem Feld hautnah zu erleben, hatte der Landtagsabgeordnete der CDU, Johannes Zehfuß, die Gruppe der Miniköche in seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Böhl eingeladen. 13 erwartungsvolle Mädchen und Jungen mit vielen Eltern, trafen sich dann im Hof des Betriebs von Johannes Zehfuß. Nach einer kurzen Begrüßung, bei der Johannes Zehfuß seinen Betrieb, der sich schwerpunktmäßig mit Kartoffel- und Gemüseanbau, auch in Bio-Qualität, beschäftigt, vorstellte, fuhr die Gruppe dann ins Feld. Genauer in eine Haßlocher Gemarkung mit dem Namen der Gewanne „Langlacher See“. Hier erklärte der engagierte Landwirt die Unterschiede zwischen Gemarkung und Gewanne, erklärte an Beispielen wie die Flurnamen zustande kamen und warum mache Böden als „leicht“ und manche als „schwer“ bezeichnet werden.
„So – jetzt geht es zur Praxis – wir werden pflanzen – jeder hat ja seine eigene Schaufel – nein sogar zwei - dabei um ein Loch zu graben“ erklärte Zehfuß und drehte dabei vielsagend seine großen Hände. Kisten mit Setzlingen von Rucola, Schnittlauch, Kohlrabi, Chinakohl und Eichblattsalat stellte Zehfuß an den, für die Pflanzung der Miniköche vorbereiteten Teil, des über 25 000 Quadratmeter umfassenden Acker.. „Die Setzlinge kaufen wir aus einem darauf spezialisierten Zuchtbetrieb zu. Diese selbst zu ziehen geht bei der heutigen Landwirtschaft nicht mehr“ erklärt Johannes Zehfuß.
 Nachdem der Landwirt mit seinen zwei „Schaufeln“ die ersten Löcher gegraben und die ersten Pflanzen in den Boden eingebracht, fest angedrückt und etwas angehäufelt hatte, waren die Kinder an der Reihe. Mit viel Begeisterung waren diese bei der Sache. Die niederen Temperaturen und der eisige Wind störte die kleinen Pflanzer nicht, waren sie doch mit Winterkleidung warm eingepackt. „Auf gleiche Abstände achten, ruhig fester drücken, das Loch kann ruhig noch etwas tiefer sein“ so gab Zehfuß den Kinder immer wieder kleine Tipps und Hilfestellung und packte helfend auch praktisch an. Nach ca. einer Stunde waren die Kisten annähernd geleert und das Pflanzfeld mit Setzlingen bestückt.
 
Johannes Zehfuß zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis „Man hat gesehen, dass einige Kinder wohl Vorbildung aus dem heimischen Garten mitbringen“ äußerte sich Johannes Zehfuß, der sich in verschiedenen Projekten mit Kindern engagiert. So gibt es vom Kartoffelanbauverband die landesweite Aktion „Kids an die Knolle“, der sich der Böhler Landwirt sehr verbunden fühlt. Und an Böhl-Iggelheimer Grundschulen und der Peter-Gärtner-Realschule plus gibt er immer wieder Hilfestellung bei Pflanzprojekten in deren Schulgärten, oder auf eigenem Ackergelände.
 
Jetzt hoffen die Miniköche natürlich auf gute Wetter, dass „ihr Gemüse“ wächst und gedeiht und sie in einigen Wochen eine reiche Ernte einbringen können um daraus leckere Gerichte zaubern. „Und ich hoffe, dann zum Essen eingeladen zu werden“ verabschiedete Johannes Zehfuß seine Gäste.
Bild: fg
 
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