CDU Arbeitskreis besucht die Vorderpfalz

von Franz Gabath

Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Johann Zehfuß aus Böhl-Iggelheim, besuchte der Arbeitskreis für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten der Landtagsfraktion der CDU mit seinem Vorsitzenden, Arnold Schmidt , so wie den Mitgliedern Christine Schneider, Michael Billen, Horst Gies, Wolfgang Reichelt und Johannes Zehfuß die Gemüseanbauregion in der Vorderpfalz. „Wir wollen uns selbst vor Ort ein Bild machen von der Situation der Gemüseerzeuger, deren Vermarktungs- und Rahmenbedingungen betonte Wolfgang Reichelt, der Umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Als erste Station stand der Besuch der Fa. HAVITA Frischsalate GmbH in Dannstadt-Schauernheim auf dem Programm. Geschäftsführer Ulrich Härtel schilderte an Hand seiner eigenen Firmengeschichte den Wandel vom traditionellen bäuerlichen Betrieb, “mit Pferd und Düngerstreuwagen“  hin zu einem über die Grenzen Europas hinaus tätigen Erzeuger-und Vermarktungsbetrieb auf dem Sektor des Gemüseanbaues. „Mit einer Palette Schnittsalat fing alles an“ erzählte Ulrich Härtel lachend. Die Bezeichnung Convenienceprodukte, landwirtschaftliche Produkte vom Erzeuger küchenfertig auf den Tisch, war zu diesem Zeitpunkt noch kein Begriff.  Auf den Markt in Schifferstadt habe man ihn damals bei seinem ersten Auftreten ausgelacht. Aber zielstrebig baute Härtel seinen Betrieb deutschlandweit aus. „Weil ich nach den Wünschen der Kunden fragte, heute noch frage und die Erfüllung dieser zu meiner Motivation machte“ erklärte Ulrich Härtel sein Erfolgsrezept.

Heute ist HAVITA einer der größten Produzenten von Convenience-Frischprodukten aus Freiland-Salat und Freiland-Gemüse in Deutschland. Seine Unternehmensphilosophie drückt Härtel in einem Satz aus: Wenn es möglich ist – Alles selber machen. So kommt vom Anbau über die Ernte und Verarbeitung, von der Verpackung bis zum Transport bei HAVITA fast alles aus einer Hand – der Hand HAVITA. Dadurch ist es auch möglich rasch auf die Anforderungen des Marktes und den speziellen Kundenwünsche zu reagieren „alles pünktlich, alles frisch, alles einwandfrei“.

Besonderen Wert legt Härtel auf die Feststellung, dass an allen Produktionsstandorten die Flächen nachhaltig und ressourcenschonend bewirtschaftet werden. Der sorgsame Umgang mit der Natur ist Verpflichtung und Aufgabe zugleich, wie ein engagierter Härtel betont. Gegenüber den Landtagsabgeordneten  betonte Härtel auch mit Nachdruck, die bürokratischen Schwierigkeiten mit denen er und seine Kollegen in Deutschland zu kämpfen haben. Vorschriften und Einschränkungen, die diese landwirtschaftlichen Produktionsbetriebe gegenüber dem Ausland z. T. massiv behindern. Schwierigkeiten die Ulrich Härtel den Landtagsabgeordneten an Beispielen sehr anschaulich an Beispielen schilderte.

Überaus beeindruckt zeigten sich die Mitglieder des Ausschusses der CDU bei und nach einem ausgedehnten Betriebsrundgang.

Die zweite Station der Arbeitskreisexkursion der CDU führte zum Pfalzmarkt für Obst und Gemüse in Mutterstadt. Hier wurde die Delegation von Verkaufsleiter Karl Völker empfangen und bei der Besichtigung begleitet, so wie umfassend über die Arbeit und die Bedeutung des Pfalzmarktes informiert. Dieser hat sich seit seiner Gründung 1986 als eingetragene Genossenschaft mit 1 800 Mitgliedern, in einem der besten Anbaugebiete für Freilandgemüse und -obst in Deutschland, zu einem der bedeutendsten Gemüsevermarkter Europas entwickelt. Die Produktpalette umfasst ca. 100 Gemüse- und Obstsorten. Von einer Betriebsfläche von 220.000 m² mit 55.000 m² Lagerhallen und 23.000 m² Kühlräumen wird der Transport von über 250 LKWs täglich abgewickelt, die die Frischware in alle Länder Europas zu den Verbrauchern bringen.

Als dritter Besuchspunkt stand der „Wasser-und Bodenverband zur Beregnung der Vorderpfalz“ (Beregnungsverband Vorderpfalz) auf dem Programm des CDU-Arbeitskreises. Wolfgang Renner, der Vorsitzende des Beregnungsverbandes erläuterte an Hand einer Power-Point Präsentation die Entstehungsgeschichte und die Aufgaben des Beregnungsverbandes.
Seine Aufgabe besteht  in  die Bereitstellung von Altrheinwasser zur Bewässerung des großflächigen Gemüse- und Frühkartoffelanbaus in der Vorderpfalz. Die Bodenbeschaffenheit und die klimatischen Verhältnisse in diesem Gebiet bieten die  idealen Voraussetzungen für den Gemüseanbau.  Was fehlt ist genügend Niederschlag, da der Wasserbedarf  von Gemüse und Frühkartoffeln sehr hoch ist.  Die natürlichen Niederschläge in diesem Gebiet reichen nicht aus  um den Anbau von Gemüse und Kartoffeln großflächig und nachhaltig zu betreiben. „Ohne den Beregnungsverband wäre eine landwirtschaftliche Nutzung in dieser Größenordnung und dieser Produktionssicherheit nicht möglich“ betonte Wolfgang Renner mit Nachdruck. Schon in den 50iger Jahren wurde daher mit künstlicher Beregnung begonnen. Die Anfänge gingen zunächst über Brunnen. Allerdings kam es hier zu negativen Auswirkungen auf das Grundwasser. Um die Grundwasserreserven zu schützen, kam es 1965 zur Gründung des Beregnungsverbandes.

Heute beträgt die beregnete Fläche ca. 14. 000 ha. Die Länge des Verteilernetzes umfasst eine Länge von 500 km. Im angeschlossenen  Gebiet steht alle 70 Meter an den Feldrändern ein Entnahmehydrant  mit einer Wasseruhr zur Kontrolle der entnommenen Menge, für die der jeweilige Landwirt einen Festpreis pro Kubikmeter zu entrichten hat. Gab es bei der Errichtung der technischen Einrichtungen Zuschüsse von der Europäischen Union, trägt sich der Beregnungsverband heute über den Wasserpreis selbst. Eine Tatsache, auf die Wolfgang Renner stolz verwies. Eine schlanke Verwaltung und zuverlässige und kostengünstige Kontraktoren für den technischen Service ermöglichen eine effiziente Geschäftsführung.

In Planung ist eine Erweiterung des Beregnungsverbandes nach Norden über die A 6 hinaus. Auch an  eine Erweiterung in die Südpfalz, in der die heutige Beregnung der landwirtschaftlichen Flächen über Brunnenwasser geschieht, ist angedacht. Ein Thema, das besonders Christine Schneider sehr am Herzen liegt.

Die  Ausführungen von Wolfgang Renner lösten bei den Landtagsabgeordneten eine rege Diskussion aus, in der sich diese seht beeindruckt über die detaillierten Ausführungen Renners zeigten. Das Gleiche gilt für die CDU-Delegation, als die Wasserentnahmestelle und die technischen Einrichtungen, des Beregnungsverbandes, die sich am Altrhein bei Otterstadt befinden, besichtigt wurden. Bilder: fg

26.04.2012